• Andrea Kuhn

Bittet, so wird euch gegeben

Bittet, so wird euch gegeben. So steht es in der Bibel doch die Bedeutung dieser Worte habe ich dieses Jahr ganz neu kennengelernt. Wie ich dir in meinem Newsletter zu Beginn des Jahres berichtet habe, wurde mir bewusst, dass ich einfach darauf vertraue soll, dass Gott im Verborgenen an einem Plan für meine Zukunft arbeitet. Das fiel mir gar nicht leicht, da ich sehr gerne weit voraus plane, doch ich wollte es lernen. Ich versuchte mich also zurückzulehnen und einfach im Hier und Jetzt zu leben, was mir schliesslich auch ganz gut gelang. Bis zu dem Sonntag an dem ich in meiner Gemeinde in Hongkong eine Predigt über "The God of the Immeasurably More" (Der Gott des Unermesslichen oder des Überflusses) hörte:

«Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So gross ist seine Kraft, die in uns wirkt.» Epheser 3:20

An was für einen Gott glaubst du? Die Predigt basierte auf der Bibelstelle aus Epheser 3:20 und unser Pastor stellte uns die Frage: An was für einen Gott glaubst du? Glaubst du an einen Gott der eigentlich nie genug für dich tut oder an einen Gott der gerade so deine Erwartungen erfüllt oder aber glaubst du an einen Gott des Unermesslichen und des Überflusses der dir mehr geben kann als du je erbitten könntest?

Ich dachte über diese Frage nach und kam zum Schluss, dass ich eigentlich schon daran glaube, dass Gott im Überfluss geben und unermessliche Dinge in meinem Leben bewirken kann. Wie du aber an meiner Formulierung siehst – eigentlich, kann – war es mehr eine Vermutung als tiefes Vertrauen, dass er dies auch tatsächlich in meinem Leben tut. Trotzdem war ich ganz zufrieden mit meiner Antwort wollte sie jedoch in der darauffolgenden Gebetszeit noch vor Gott prüfen. Seine Antwort darauf kam sofort: "Ja, du glaubst, dass ich im Überfluss geben und unermesslich mehr für dich tun kann als du je erbitten könntest ABER du bittest mich nicht."

Was!? Diese klare Antwort ging wie ein Weckruf durch meinen Kopf. Er hatte recht, ich bat nicht darum. Ich war so damit beschäftigt auf Gottes Plan für meine Zukunft zu warten ohne mich einzumischen, dass ich vergass, dass Gott keine Zombies erschaffen hat sondern selbstständig denkende Wesen. Er will zwar von mir, dass ich seine Pläne über meine eigenen stelle oder besser noch, dass seine Pläne zu meinen werden, aber er will nicht, dass ich dabei ganz aufhöre mitzudenken. Ein Leben mit Gott ist nicht das Leben eines Sklaven der einfach tut was sein Herr sagt, es ist eine Partnerschaft. Jesus hat selbst gesagt:

«Ich nenne euch nicht mehr Sklaven, denn der Sklave weiss nicht, was sein Herr tut; euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt – Frucht, die bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.» Johannes 15:15-16

Pläne schmieden mit Gott Ermutigt durch diese Predigt und die Erkenntnis, dass ich Gott aktiv um die Dinge bitten darf die ich mir für meine Zukunft wünsche, fing ich also an zu beten. Ich betete um einen neuen Job bei einer Organisation in der Schweiz aber nicht einfach irgendwo sondern in der Region die ich meine Heimat nenne. Ausserdem, dass ich wieder einen festen Lohn bekomme, da das Leben in der Schweiz doch schon wesentlich teurer ist als hier in Hongkong und die Spenden die ich jetzt erhalte dafür nicht ausreichen würden. All diese Wünsche brachte ich vor Gott und dann war es auch schon Zeit für meinen Heimatdienst. Ich wusste tief in meinem Herzen, dass ich definitiv nach Abschluss dieses dritten Jahres zurück nach Hause kommen würde doch wie es dann weiter geht war noch offen.

In den letzten Tagen vor meiner Rückreise nach Hongkong erwähnte ein Ehepaar aus meiner Schweizer Gemeinde, dass ihre Organisation einen Kommunikationsleiter suche. Ich fand die ausgeschriebene Stelle auch ziemlich schnell im Internet und rief kurzentschlossen dort an. Was ich hörte klang zu gut um wahr zu sein...

Vielleicht weisst du jetzt schon wovon ich rede. Die Anzeige war von der Non-Profit Organisation Indicamino mit Hauptsitz in Wil die in Peru, Kolumbien und Bolivien tätig ist. Im wahrsten Sinne beflügelt von dieser Stellenbeschreibung schickte ich also am Tag vor meinem Abflug eine Bewerbung. Ich kann das Gefühl kaum beschreiben das ich dabei hatte. Vorfreude, tiefer Friede und Dankbarkeit. Ich erinnerte mich an meine Sorge vom letzten Sommer, dass ich, sollte ich wieder in die Heimat kommen, einfach zurück in mein altes Leben gehe. Tief in mir wusste ich, dass dies nicht Gottes Plan für mich sein kann da er mich sicherlich nicht einfach nur zum Spass nach Hongkong geschickt hat sondern weil er eine Veränderung in meinem Leben bewirken wollte. Und nun war da diese Stelle in Wil, meinem alten Arbeitsort und irgendwie brachte mich die Ironie darin zum lachen und weinen gleichzeitig. Es war wie wenn Gott mir sagen würde: Ich sende dich zurück in dein altes Leben aber ich gebe dir eine ganz neue Berufung!

«Freue dich über den HERRN, und er wird dir geben, was du dir von Herzen wünschst.» Psalm 37:4

Der Gott der unermesslich mehr kann Wieder zurück in Hongkong hiess es erstmal abwarten. Natürlich war mir bewusst, dass ich irgendwie im Nachteil bin da ich nicht persönlich zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen kann. Ich konnte mich nur darauf verlassen, dass Gott einen Plan hat. Nach ein paar Wochen kam eine Einladung zum Skype-Gespräch. Ich war super aufgeregt wie du dir vorstellen kannst. Eine Woche später hatte ich ein zweites Telefongespräch und während der ganzen Zeit hiess es für mich vertrauen und glauben, dass Gott alles im Griff hat. Heute hatte ich schliesslich mein vorerst letztes Ferngespräch mit Indicamino und ich kann noch immer kaum glauben, dass es wirklich wahr ist. Ich habe den Job bekommen!

P.S. Stell dir doch selbst einmal die Frage an was für einen Gott du glaubst? Und wenn du ihn noch gar nicht kennst aber kennenlernen möchtest, dann hilft dir dieser Vers vielleicht weiter:

«Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.» Matthäus 7:7

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